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Komplettierung von neuen Zylinderköpfen (OHV-Motoren)

Wie werden Zylinderköpfe ausgetauscht?  Kann man gebrauchte Kipphebel noch verwenden? Wie kann man gebrauchte Ventile prüfen? Und wie misst man das Ventilführungsspiel? Wie man Zylinderköpfe zusammenbaut, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Prüfung der Komponenten

Vorbereitung

Neue Zylinderköpfe entwachsen, waschen und auf äußerliche Beschädigungen überprüfen. Ölbohrungen und Ventilführungen mit einer Bürste reinigen.

Hinweis: Reinigen Sie die wiederzuverwendenden Einbauteile sorgfältig und tauschen Sie schadhafte Gebrauchtteile aus.

Prüfung gebrauchter Ventile

Die Ventilsitze der Ventile dürfen nicht eingeschlagen sein. Falls doch: Ventile ersetzen oder Ventilsitze mit einer Ventilschleifmaschine nacharbeiten.

Auch die Ventilschaftenden dürfen nicht beschädigt sein. Deshalb beschädigte Ventilschaftendflächen nacharbeiten oder Ventile ersetzen.

Die Klemmbereiche und die Einstichrillen für die Ventilkegelstücke müssen unbeschädigt und gratfrei sein. Auch der Formschluss zu den Ventilkegelstücken muss einwandfrei sein. Die Ventilkegelstücke sind aus Sicherheitsgründen stets zu erneuern.

Rundlauf der Ventilsitzfläche mit Prisma und Messuhr prüfen. Verbogene Ventile müssen unbedingt ersetzt werden.

Die Ventilschäfte dürfen keinen sichtbaren Verschleiß aufweisen.
Ventilschaftdurchmesser und Länge der Ventile müssen den Herstellervorgaben entsprechen (Werkstatthandbuch).

Prüfung der Kipphebel

Gebrauchte Kipphebel dürfen nicht verbogen oder gerissen sein. Ölbohrungen zur Schmierung von Kipphebel und Kipphebelwelle müssen freigängig sein.

Die Ventilbetätigungsflächen und die Kugelpfannen dürfen keine Beschädigungen, wie Fressstellen oder Eindrücke, aufweisen. Für ein korrektes Achsspiel müssen die Durchmesser der Kipphebelachsen und deren Bohrungen den Sollwerten des Motorenherstellers entsprechen (Werkstatthandbuch).

Ventilführungsspiel prüfen

Die Durchmessermaße von Ventilschaft und Ventilführung werden voneinander abgezogen und mit den Spielvorgaben des Herstellers verglichen. Bei zu großem Spiel ist das Ventil möglicherweise verschlissen und muss ersetzt werden. Wenn das Spiel zu klein ist, dann muss die Ventilführung mit einer Reibahle nachgearbeitet werden.

 

Richtwerte für das Ventilführungsspiel

Ventilschaft Ø

Einlassventile

Auslassventile

6 – 7 mm

10 ... 40 μm

25 ... 55 μm

8 – 9 mm

20 ... 50 μm

35 ... 65 μm

10 – 12 mm

40 ... 70 μm

55 ... 85 μm

 

Messung des Ventilrückstands

Das Ventilrückstandsmaß muss den Herstellervorgaben (Werkstatthandbuch) entsprechen. Bei zu großem Ventilrückstand muss das Ventil ausgetauscht werden.
Ist der Ventilrückstand zu klein, muss geprüft werden, ob es sich um das richtige Ventil handelt. Das Ventil ggf. ersetzen oder den Ventilsitzring nacharbeiten, bis das vorgeschriebene Rückstandsmaß erreicht wird.

Achtung: Ein zu großer Ventilrückstand führt zu mangelhafter Kompression. Bei einem zu kleinen Ventilrückstand kann das Ventil im Betrieb mit dem Kolben kollidieren.

 


Ventildichtheitsprüfung

Unterdrucktest

Die notwendige Überprüfung der Ventildichtheit kann mittels eines Unterdrucktests von der Kanalseite aus durchgeführt werden. Ersatzweise kann eine kleine Menge Flüssigkeit (Benzin, Petroleum) in die Brennraummulde gefüllt werden.

Ventile einschleifen

Prüfen Sie bei Undichtigkeiten zuerst die Ventile auf Rundlaufabweichungen und Beschädigungen, bevor Sie die Ventilsitzringe nacharbeiten oder die Ventile einschleifen.

Hinweis: Neue Ventile können durch Transportschäden bereits Rundlaufabweichungen aufweisen. Die Überprüfung des Rundlaufs wird deshalb auch bei neuen Ventilen empfohlen.


Montage der Komponenten

Montage der Ventilschaftabdichtung

Die Ventilschäfte vor der endgültigen Montage einölen und die Ventile in die Ventilführungen einführen.
Die Ventilfederauflagen bzw. die Ventildrehvorrichtungen (falls vorgesehen) montieren.

Die Ventilschaftdichtungen mit Hilfe einer eingeölten Schutzhülse über die Ventilschäfte schieben.

Die Ventilschaftdichtungen mit einem geeigneten Montagewerkzeug auf die Führungen drücken.
Ventilschaftabdichtungen mit Kunstoffträgern können von Hand aufgedrückt werden. Ventilschaftabdichtungen mit Metallträgern werden mit einem Kunststoffhammer vorsichtig mit leichten Schlägen zur Anlage gebracht. Die Dichtung sitzt bei einem veränderten (satteren) Klopfgeräusch.

Hinweis: Die Verwendung von Schutzhülsen wird empfohlen, damit die Dichtlippen beim Überstreifen an den scharfen Kanten der Ventilkegelrillen nicht beschädigt werden.

Montage der Ventilfedern

Die Ventilfedern auf Länge und Rechtwinkligkeit prüfen. Ventilfedern mit Ventilfedertellern einsetzen und zur Montage der Ventilkegelstücke mit einem geeigneten Werkzeug oder einer Vorrichtung
niederdrücken.