Im modernen Motorenbau hat sich in den letzten Jahren eine Entwicklungsrichtung heraus kristallisiert: bislang rein mechanische Produkte werden zunehmend elektrisch. Dies gilt zum Beispiel für Hybride oder Elektrofahrzeuge, die oftmals mit bedarfsorientierten Nebenaggregaten ausgestattet sind. Sie fördern nur so viel, wie tatsächlich benötigt wird. Ein weiterer Vorteil: Elektrisch angetriebene Pumpen brauchen keinen Antrieb über Riemen oder Kette. Dazu gehören zum Beispiel elektrische Kühlmittelpumpen zur bedarfsgerechten Kühlung, die nur zuschalten, wenn eine Kühlleistung erforderlich ist. Sie bringen den Motor schneller auf Betriebstemperatur oder setzen bei Start-Stopp-Automatismen in Standzeiten die Kühlung automatisch so fort, dass das Hauptaggregat nicht überhitzt.
Ein weiteres Beispiel sind elektrische Ölpumpen, die auch im Start-Stopp-Betrieb den Öldruck aufrechterhalten oder zur individuell geregelten Fördermenge bei Getrieben eingesetzt werden. In Elektrofahrzeugen sind beispielsweise auch Vakuumpumpen unerlässlich. Da sie keinen Verbrennungsmotor haben, fehlt ein Aggregat zum Aufbau des Unterdrucks als Bremskraftunterstützung. Diese Aufgabe übernimmt hier eine elektrische Vakuumpumpe. Diagnosefähig werden viele moderne Fahrzeugsysteme überdies erst mit Hilfe von elektrischen Sekundärluftventilen und elektrischen Abgasklappen.
Neue Aufgabenstellungen für die Werkstatt
In der Praxis stellt die Reparatur und Instandsetzung der neuen, elektrischen Komponenten eine Herausforderung dar. „Einfach nur Fehler auslesen und Bauteile ersetzen wird es in Zukunft nicht mehr geben. Viele Systeme im Fahrzeug kommunizieren miteinander und werden immer stärker vernetzt. Dadurch wird die Diagnose für die Werkstätten umfangreicher, so dass schon heute Bauteile nach einem Austausch neu an das Motorsteuergerät „angelernt“ werden müssen“ erklärt Tobias Kasperlik,Vorsitzender der Divisionsleitung Aftermarket und Chef der MS Motorservice International GmbH. „Für uns als Ersatzteillieferant bedeutet dies, dass wir schon im Vorfeld noch stärker mit den Entwicklungsabteilungen unserer Muttergesellschaft und deren Divisionen Hardparts und Mechatronics zusammen arbeiten müssen“. Motorservice stellt sein Spezialwissen seinen Kunden auf breiter Basis zur Verfügung. Das Unternehmen wird innerhalb der Muttergesellschaft KSPG (vormals Kolbenschmidt Pierburg) als Division Aftermarket geführt und bietet Serviceleistungen von umfangreichen Einbauhilfen und Praxistipps in Flyern und Plakaten bis hin zu technischen Videos, die via Internet abrufbar sind. Neuerdings gibt es auch eine Motorservice-App, mit der man mit dem Smartphone auf das Serviceangebot des Händlers zugreifen kann. Qualifizierte Schulungen und eine Hotline runden das Angebot ab.
Wider die Zweiklassen-Gesellschaft
Angesichts der neuen Aufgaben und der sich ständig verändernden Fahrzeugwelt gilt es zu vermeiden, dass es in Zukunft eine Art Zweiklassen-Gesellschaft unter den Werkstätten geben wird: Eine Klasse, bei der nur Bremsen oder Reifen gewechselt werden und eine andere, die auch mit den komplexeren Anforderungen des vernetzten Fahrzeugs und seinen vielen elektrischen Komponenten umgehen kann.Dazu noch einmal Kasperlik: „Mit unserem umfangreichen Service- und Schulungsangebot tragen wir jetzt schon dazu bei, dass jeder im Hinblick auf die neuen Anforderungen von Anfang an gerüstet sein kann.“




