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Ölverlust durch ...

Das Auto verliert Öl? Ölverlust kann viele Gründe haben: falsch eingesetztes Dichtmittel, Fremdkörper zwischen den Dichtflächen, undichte Radialwellendichtringe, Dichtflächenfehler, defekte Vakuumpumpen oder zu hoher Öldruck. Was zu tun ist, erfahren Sie hier.

Ölverlust durch falsche Verwendung von Dichtmitteln

In modernen Motoren sorgen flüssige Dichtmittel für die Abdichtung verschiedener Systeme nach außen und zueinander. Flüssige Dichtmittel dürfen jedoch nur dort verwendet werden, wo sie ausdrücklich vorgeschrieben sind. Sind andere Dichtungsarten vorgesehen (Metall, Elastomer, Weichstoff usw.), darf nicht zusätzlich flüssiges Dichtmittel aufgetragen werden.

Übermäßiges und unnötiges Auftragen von flüssigem Dichtmittel, besonders wenn Feststoffdichtungen vorgesehen sind, kann zu Leckagen führen. Zudem können lose Dichtmittelreste zu Verunreinigungen oder Verstopfungen des Öl- bzw. Kühlkreislaufs führen.

Achtung:

Bei Verwendung von Dichtmitteln müssen die Temperaturbeständigkeit und der Einsatzbereich auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt sein.


Tipp:

Alle Dichtflächen müssen vor der Dichtungsmontage oder vor dem Auftragen von flüssigen Dichtmitteln generell mit einem Lösungsmittel (Verdünnung, Bremsenreiniger, usw.) gereinigt und entölt werden. Wenn flüssiges Dichtmittel auf ungereinigte, verölte Flächen aufgetragen wird, kann die Dichtmasse keine Verbindung mit der Dichtfläche eingehen. Das Dichtmittel wird durch den Druck der Flüssigkeit seitlich aus dem Dichtspalt herausgedrückt und die Dichtwirkung geht verloren. Es kommt zum Austritt von Motorenöl oder Kühlflüssigkeit.


Ölverlust durch Fremdkörper zwischen Dichtflächen

Fremdkörper zwischen Dichtung und Bauteil verhindern die korrekte Dichtfunktion und können zu einem Bauteilverzug führen. Rost, Dichtmittel- und Lackreste, die nicht vollständig entfernt werden, können den gleichen Fehler verursachen.

Tipp:

Übersehene Fremdkörper gehören zu den am leichtesten vermeidbaren Fehlern. Reinigen Sie deshalb vor dem Zusammenbau des Motors alle Bauteile besonders sorgfältig.


Ölverlust durch undichte Radialwellendichtringe

Radialwellendichtringe bestehen aus einem metallischen Stützgehäuse mit einem Elastomer-Außenmantel, der für die statische Abdichtung zum Gehäuse verantwortlich ist. Für die dynamische Abdichtung zur Welle kommen unterschiedliche Abdichtungsarten zum Einsatz:

  1. Dichtlippen aus PTFE ohne Federunterstützung
  2. Elastomere Membranen mit Dichtlippen, die zusätzlich von korrosionsfreien Zugfedern aus Edelstahl unterstützt werden

Ausschlaggebend für die Dichtheit von Radialwellendichtringen ist neben deren einwandfreien Funktion die ordnungsgemäße Beschaffenheit der Wellenoberfläche.

Achtung:

Radialwellendichtringe aus PTFE werden meistens trocken eingebaut. Nach dem Einbau muss eine vom Hersteller vorgeschriebene Wartezeit eingehalten werden, bevor der Motor gestartet werden darf.


Ölverlust durch Dichtflächenfehler

Wenn die Oberflächen der Bauteile schadhaft (Kratzer, Korrosion, Rost, Dellen) oder nicht plan sind, kann die Dichtung ihre vorgesehene Funktion nicht erfüllen. Dadurch verbleiben nach der Verbindung der Bauteile Spalte zwischen Dichtung und Dichtfläche, an denen Motorenöl oder Kühlflüssigkeit austritt.

Montagetipps:

  • Alle Dichtflächen müssen vor der Dichtungsmontage oder vor dem Auftragen von flüssigen Dichtmitteln, generell mit einem Lösungsmittel (Verdünnung, Bremsenreiniger, usw.) gereinigt und entölt werden.
  • Eine Prüfung der Dichtflächen mit dem Haarlineal und eventuell eine Nachbearbeitung der Bauteile muss durchführt werden.
  • Die Oberflächenrauheit ist zu prüfen. Die korrekte Funktion der Dichtung hängt unter anderem von der vorgeschriebenen Rauigkeit der Dichtflächen ab.

Ölverlust durch defekte Vakuumpumpen

Über defekte Vakuumpumpen kann Motorenöl in das Unterdrucksystem gelangen. Dieses Motorenöl steht somit für die Schmierung des Motors nicht mehr zur Verfügung. Das Motorenöl führt im Vakuumsystem zu Fehlfunktionen und zum Ausfall von Komponenten.


Ölverlust durch zu hohen Öldruck

Wenn der Öldruck zu hoch ist, können
Gehäusedichtungen, Ölfilter, Ölkühler und
Leitungen undicht werden oder bersten.

Gründe für einen zu hohen Öldruck:

  • falsche oder zu groß dimensionierte Ölpumpe
  • verstopfte Ölfilter ohne Überströmventil
  • falsche Ölfilter
  • zerstörter Ölfilter (aufgelöstes Papierelement)
  • falsche Dichtungen mit fehlenden oder zu kleinen Durchlassöffnungen für Motorenöl
  • bei der Reparatur vergessene Verschlussstopfen und Reinigungstücher
  • verstopfte, geknickte oder eingeschnürte Ölleitungen und Schläuche
  • defekte Öldruckregelventile oder Überdruckventile
  • Fehlfunktionen im Ölkreislauf durch die Verwendung falscher Teile, z.B. falsche Rückschlagventile oder Schläuche
  • Verwendung von Motorenöl mit falscher Viskosität
  • altes Motorenöl, das bei niederen Außentemperaturen oder Frost eine gelartige Konsistenz bekommt

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