Ventilbruch am Schaftende
Steuerzeitenfehler als Hauptursache für kapitale Motorschäden
Ein Schaden an der Ventilsteuerung ist für jede Werkstatt eine Herausforderung, da Montage- oder Einstellungsfehler schnell zu kapitalen Motorschäden führen können. Ein Klopfgeräusch, ein unregelmäßiger Motorlauf oder die Anzeige eines Steuerzeitenfehlers im Fehlerspeicher deuten manchmal schon vorzeitig auf das Problem im Bereich des Zylinderkopfes hin. In der Regel geschieht der Ventilabriss aber plötzlich und ohne vorherige Anzeichen.
Situation
Nach Zylinderkopfreparaturen kommt es nach kurzer Laufzeit zu einem Ventilabriss im Bereich der Ventilkeile (Abb. 1). Besonders betroffen sind Ventile mit einem Schaftdurchmesser von 7 mm oder weniger. Der Defekt kündigt sich nicht an, passiert bei hohen Umdrehungen und führt häufig zu großen Zerstörungen im Brennraum und Kurbeltrieb.
Schadensursache
Besonders kritisch wird es, wenn die Abstimmung zwischen Kurbelwelle und den Nocken nicht mehr stimmt. Eine gelängte Steuerkette oder ein defekter Nockenwellenversteller verändern die Steuerzeiten so massiv, dass die Kolben in der Bohrung gegen die Einlass- oder Auslassventile schlagen.
Durch diesen mechanischen Kontakt werden enorme Kräfte in den Ventilschaft eingeleitet. Da das Ventil in der Führung kaum Spiel zum Ausweichen hat, erfährt es am unteren Einstich das höchste Biegemoment, knickt an dieser Stelle ein und bricht schließlich.
Weitere Ausfallgründe im Überblick:
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Mechanik: Vorgeschädigte oder verbogene Tassenstößel, Kipphebel oder Schlepphebel, fehlerhaft montierte Ventilkeile.
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Verschleiß: Ausgeschlagene Ventilführungen, verschlissene Ventilkeile oder eine erlahmte Ventilfeder.
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Einstellung: Falsch eingestelltes Ventilspiel
oder Nichtbeachtung der Wartezeit beim Einbau neuer Hydrostößel.
HINWEIS
Ein Ventilbruch am Schaftende ist nahezu immer auf unsachgemäßen Einbau oder ungünstigen Betriebsverhältnisse zurückzuführen. Materialfehler können als Ursache faktisch ausgeschlossen werden. Um einen teuren Fehler zu vermeiden, muss sich der Motor beim manuellen Drehen von Hand absolut frei bewegen können, bevor der erste Startversuch erfolgt.
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